Handball in Münchberg

Herren I: TVM – TV Helmbrechts 22:22 (19.11.16)

Gepostet am 20. November 2016 in Herren I, Spielberichte.

So unterschiedlich können Stimmungen unmittelbar nach dem Abpfiff eines Unentschieden sein. Während der TV Helmbrechts den Punktgewinn wie einen Sieg feierte, kam das Remis für die Gastgeber eher einer gefühlten Niederlage gleich. Am besten zu erkennen war dies an der Jubeltraube der Gästespieler und in den Augen des am Boden sitzenden und um Fassung ringenden TVM-Torhüter Cenk Uzun. Er konnte die Welt nicht mehr verstehen, war es doch gerade Uzun, der mit einer Serie von Glanzparaden seinen Grün-Schwarzen den Weg zum greifbar nahen Sieg ebnete.

Aber seine Mitspieler erweckten in der Endphase den Eindruck, als wären sie noch nie in ihrem Handballerleben mit einer direkten Manndeckung konfrontiert worden. Den Kopf nicht frei und in den Beinen Blei, sahen sie sich in den Schlußminuten der direkten TVH-Manndeckung schier hilflos gegenüber und vergeigten so in gut 4 Minuten noch eine 22:18-Führung.

Bevor die Begegnung ca. 10 Minuten vor dem Abpfiff so richtig an Fahrt aufnahm und alles bot, was zu einer spannenden und dramatischen Auseinansetzung gehört, sahen die knapp 500 Zuschauer ein Derby, das nicht unbedingt einen Ehrenplatz in den Geschichtsbüchern finden wird.

Dann ging allerdings die Post richtig ab. 51:43 Minuten zeigte die Hallenuhr, als Kalas, der die erste Hälfte regelrecht verschlief, mit einem Hammer das 21:16 erzielte. Derbysieg, Derbysieg hallte es von den Rängen und niemand in der Halle zweifelte zu diesem Moment noch an einem anderen möglichen Spielausgang, als an den Heimerfolg. Aber genau da, hatten wieder die Meisten die Rechnung ohne den Helmetzer Kampfgeist gemacht. Die Rothemden spielen gerade dann ihren besten Handball, wenn alles schon verloren scheint. Nach dem Motto: Jetzt haben wir keine Chance mehr, lasst sie uns nutzen!

So öffneten die Gäste den Deckungsverband und Münchberg setzte nur noch Statik dagegen. Erschwerend hinzu kam in der 57. Minute die Rote Karte für Jan Lad (TVM), nach der 3. Zweiminutenstrafe, wobei gerade diese diskussionswürdig schien. Helmbrechts eroberte nach Anwurf der Hausherren immer wieder schnell den Ball und bis die Schützlinge von TVM-Trainer Christian Seiferth so richtig mitbekamen was da gerade ablief, stand es nur noch 22:21.

Die restlichen 150 Sekunden waren an Spannung nicht mehr zu überbieten. Es lief bereits die Schlußminute, als Münchberg einen Strafwurf zugesprochen bekam. Doch ausgerechnet Nicholas Cudd im Helmbrechtser-Gehäuse, der genau wie sein Kollege Maxi Steppan nicht unbedingt einen Sahnetag erwischte, entschärfte den Wurf von Vit Kalas und verhinderte so die sichere Entscheidung zugunsten der Gastgeber. Was folgte war Schockstarre pur in der TVM-Abwehr, die nicht in der Lage war, 8 Sekunden vor dem Abpfiff Stefan Wopperer am entscheidenden Wurf zum Ausgleich zu hindern.

In den 50 Minuten vorher, wirkte vieles auf beiden Seiten vorsichtig. Keiner wollten seinem Gegner ins offene Messer laufen, den Aktionen wurde oft das Tempo herausgenommen. Trotzdem gab es immer wieder Schlüsselszenen, die weder hüben noch drüben zu vorentscheidenden Führungen genutzt wurden.

So war es beim 1:3 Cenk Uzun, der mit einem gehaltenen Strafwurf die Gäste nicht weiter davonziehen ließ. Münchberg im Umkehrfall versäumte es nach einem 5:0-Lauf für zwischenzeitlich klarere Verhältnisse zu sorgen. Auch das Aluminum verhinderte gleich mehrmals auf beiden Seiten Zählbares. Es war vieles unspektakulär, spannend aber allemal. Und gerade diese Spannung schien zu weichen, als TVM-Keeper Cenk Uzun mit weiteren überragenden Szenen den Gästen den Zahn zog und zum Hauptverantwortlichen für den 21:16 Vorsprung wurde.

Was folgte, ist bekannt. Mit einem Blick auf die Tabelle, kann der TV Helmbrechts für den Moment neben Zufriedenheit mit dem bisher Erreichten erst einmal durchschnaufen und sich in Ruhe auf die kommenden schweren Aufgaben gegen die Spitzenteams der Liga vorbereiten.

Für die Grün-Schwarzen dagegen brechen ganz schwere Zeiten an. So früh in der Saison schon 2 Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und sogar deren 3 auf das rettende Ufer. Und gerade jetzt trifft man auf Gegner, wie die Neulinge von der HSG Rödental/Neustadt bzw. der HG Ansbach, die selbst dringend auf jeden Zähler angewiesen sind. Wenn jetzt die Münchberger Handballer nicht ganz schnell ihre Köpfe frei bekommen und ans Punkte sammeln gehen, wird man im Abstiegskampf immer weiter an entscheidenden Boden verlieren und damit das eigene Nervenkostüm weiter schwächen.

TV Münchberg – TV Helmbrechts 22:22 (10:8)

TV Münchberg: Florian Bär, Cenk Uzun (Tor); Kalas (6/2), Baumgärtel (1), Krauß (2), Schrepfer, Sammet (1), Kral (1), Winterstein (2), Christoph Bär (2), Meister (1), Mayer, Jan Lad (3), Müller (3).

TV Helmbrechts: Cudd, Steppan (Tor); Benni Aust (1), Niki Aust, Berthold (3), Eckardt (2), Frisch (2), Leupold (2/2), Müller (2), Schenk, Seuß (1), Tromann (3), Wopperer (6).

Schiedsrichter: Fass / Güßregen (Altenfurt) boten bis auf wenige Ausnahmen eine ausgezeichnete Leistung

Zuschauer: 480

Zeitstrafen: Münchberg 5; Helmbrechts 4.

Rote Karte: Jan Lad (TVM) in der 57. Minute nach 3 x 2 Min.

Spielfilm: 0:1, 1:3, 6:3, 6:5, 8:5, 8:7, 10:7, 11:8, 11:10, 13:11, 14:14, 16:15, 20:15, 21:16, 22:18, 22:22.


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