Handball in Münchberg

Herren I: TVM – HSG Fichtelgebirge 28:26 (8.11.14)

Gepostet am 9. November 2014 in Herren I, Spielberichte.

Nach dem Abpfiff analysierten die beiden Trainer wie folgt:
Dieter Schmidt (HSG Fichtelgebirge):
4 mitentscheidende Punke nannte der Gästetrainer für die letztlich knappe Niederlage. Mehr Fehler als die Gastgeber in Hälfte zwei. Durch individuelle Abwehr-Stellungsfehler Münchberg´s Kreisläufer Müller nicht aus dem Spiel genommen. Zu oft in die vom TVM-Keeper Nicolas Weiß (er spielte in der 2. Halbzeit für Florian Bär) angebotene Ecke geschossen und dadurch gescheitert.
Den Hauptgrund in der Niederlage sah Schmidt allerdings darin, dass einige seiner Leistungsträger ihr Potential in dieser Partie auch nicht annähernd abrufen konnten.
Dieter Schmidt war trotz des doppelten Punktverlustes in der Summe mit dem Auftritt seines Teams zufrieden.

Christian Seiferth (TV Münchberg):
Sah genau wie sein Gegenüber den Grundstein im TVM-Erfolg in der wesentlich niedrigeren Fehlerquote auf TVM-Seite im zweiten Abschnitt. Zudem griff das eigene Angriffsspiel über die Außenpositionen in Hälfte zwei deutlich besser. Obwohl die Gäste vorübergehend das Geschehen an sich rissen, sah Seiferth die Startphase, in der die HSG quasi nicht stattfand, mitentscheidend für den Sieg.
Mit seinen Torhütern zeigte sich Seiferth unterm Strich zufrieden. Florian Bär war an der schnellen Führung beteiligt und Nicolas Weiß machte in den entscheidenden Phasen das, was einen Keeper ausgezeichnet. Er nahm dem Gegner die wichtigen Bälle weg.
Beide Trainer waren sich einig, dass sie ein wohltuend faires Derby gesehen hatten, sich allerdings nicht mit allen Schiedsrichterentscheidungen einverstanden erklärten.

Zur ungewohnten Anwurfzeit um 16:00 Uhr war die Gymnasiumhalle mit knapp 300 Besuchern gut gefüllt und diese sahen von Beginn an ein gutes bis sehr gutes Landesligaderby. Kampf, Taktik, sowie im Sekundentakt wechselnde Szene vor beiden Toren sorgten schnell für Stimmung in den Fanlagern.
Münchberg legte los wie die Feuerwehr und unterstrich, warum die Gymnasiumhalle seit Jahren zur fast uneinnehmbaren Festung wurde. Ein sich abzeichnendes Debakel verhinderte vielleicht Gästetrainer Dieter Schmidt, indem er nach dem 1:6 nach 6:11 Minuten die Reißleine zog und eine Auszeit nahm.
Und siehe da, seine Worte fanden anscheinend Gehör. Die Spielgemeinschaft Marktredwitz/Wunsiedel kam wie verändert auf´s Feld zurück und übernahm die Initiative. Vor allem Dank einer überragenden Leistung von Miroslav Brosko zwischen den Pfosten, der mit einer Serie von Glanztaten den Hausherren den Zahn zog. Münchberg spielte den Gast in die Karten, indem über Außen rein gar nichts lief. Und bot sich eine Chance, dann wurde diese kläglich vergeben (Wilferth).
Die HSG erkannte diese Situation schnell, rückte den Deckungsverband nach innen und konzentrierte sich nur noch auf den Münchberg Rückraum bzw. Kreis. Dieses Spiel ähnelte einem 4:2-Überzahlverhältnis, in dem die Gastgeber bis zum Wechsel einfach keine Gegenmittel mehr fanden. Der HSG Fichtelgebirge gelang in der Folge ein 13:5-Lauf, auch deshalb, weil Johannes Wippenbeck, Markus Tröger und Dominik Hartmann im Rückraum nach Belieben schalten und walten konnten.
Sowie nach der Auszeit der Gäste die Wort von Trainer Schmidt ankamen, so schien TVM-Trainer Christian Seiferth in der Halbzeit offene Ohren bei seiner Truppe gefunden zu haben. Obwohl noch lange nicht perfekt, stand der Abwehrverband im zweiten Abschnitt deutlich besser. Das Signal zur Wende gab´s allerdings im Angriff.
Simon Oberländer, der zu einen der besten Rechtsaußendecker in der Landesliga reift, fand nun auch im Angriff seine Gelegenheiten zum erfolgreichen Abschluß. Ebenso Tobias Wilferth, der eine glänzende 2. Hälfte ablieferte. Jetzt wurde die gesamte Fläche genutzt. Dadurch entstanden immer mehr Lücken in der Gästeabwehr, die ein exzellenter Kreisläufer wie Stefan Müller auf TVM-Seite bestens zu nutzen wusste.
So passierte zwangsläufig das, was sich von Minute zu Minute immer mehr andeutete. Mit halbherzigen Würfen scheiterten die Gäste immer öfter an TVM-Torwart Nicolas Weiß. Daraus resultierten Ballgewinne und schnelle TVM-Treffer, die die Gastgeber mit einem Zwischenspurt auf 23:20 davonziehen ließ.
Diese 3 Tore verteidigten die Seiferth-Schützlinge über 24:21 bis zum 28:25. Münchberg kontrollierte in diesem Abschnitt das Geschehen und gerade hier fehlten dem Gast die wichtigen Tore seiner sonstigen zuverlässigen Schützen, wie Gästetrainer Schmidt richtig analysierte.
Obwohl beiden Kontrahenten  jeweils eine Lauf in dieser Partie verzeichneten, war es ein jederzeit enges Match. Der oft zitierte gerechte Ausgang, tendierte in Richtung Remis. Doch war letztlich, unabhängig von Phasen und Spielanteilen, wieder einmal Münchberger Heimstärke ausschlaggebend für den knappen, aber keinesweg unverdienten TVM-Sieg.
Während außer den bereits genannten Spielern beim Gast mit Abstrichen noch Lukas Kempf gefiel, war bei den Grün-Schwarzen vor allem in der Schlußphase Jan Lad treibende Kraft. Auch sollten die 8 wichtigen Treffer von Vit Kalas nicht unerwähnt bleiben, auch wenn dieser sich oft zu viele Fehlversuche gönnt.
Durch die Lauf/Heroldsberger Niederlage rutschte der TVM auf Rang drei der Liga und muss nun am Wochenende in Ansbach auch auswärts Stärke präsentierten, um das Verfolgerfeld nach Abpfiff auch dann noch anzuführen.
Die HSG befindet sich mit 8:8 Punkten im gesicherten Mittelfeld und besitzt nun die Möglichkeit in eigener Halle am kommenden Samstag mit einer Topleistung den noch verlustpunktfreien Tabellenführer TSV Rothenburg zu ärgern.

TV Münchberg – HSG Fichtelgebirge        28 : 26        (11:13)

TV Münchberg: Florian Bär, Weiß (Tor); Winterstein, Mayer, Kalas (8/4), Sammet, Oberländer (3), Wilferth (5), Jan Lad (6), Polzer, Baumgärtel, Christoph Bär, Müller (5), Kral (1).

HSG Fichtelgebirge: Brosko, Gruber, Rieß (Tor); Fischer, Burger, Schöffel (4/3),  Flasche (1), Wippenbeck (7), Lukas Kempf (2), Tröger (5), Hartmann (7), Ruckdäschel, Birner.

Schiedsrichter: Hehn/Tauchert (Stadeln) erhielten nicht von allen Seiten uneingeschränktes Lob

Zuschauer:     285

Zeitstrafen: Münchberg 2; Fichtelgebirge 3.

Spielfilm: 6:1, 6:5, 8:6, 11:8, 11:14, 13:15, 15:16, 18:18, 20:20, 23:20, 25:23, 27:24, 28:26.


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