Handball in Münchberg

Herren I: TVM – HSV Hochfranken 22:25 (14.04.18)

Gepostet am 15. April 2018 in Herren I, Spielberichte.

Derbysieg, Derbysieg! So schallte es durch die gut gefüllte Münchberger Gymnasiumhalle, wo unmittelbar nach Abpfiff, in einer von Beginn an packenden und phasenweise dramatischen  Partie, der verdiente Sieger feststand. Und der wiederum ließ seinen Emotionen freien Lauf.

Grenzenloser Jubel bei der Spielgemeinschaft aus Rehau und Selb nach einem doppelten Punktgewinn, der tatsächlich alle Möglichkeiten offen lässt. Mit einer zwischenzeitlich beeindruckenden Bilanz von zuletzt 8:2 Punkten in Serie, ist die HSV Hochfranken drauf und dran, auf der Zielgeraden den eigenen Kopf noch aus der Abstiegsschlinge zu ziehen.

Bis auf einen Zähler ist die HSV an den Relegationsplatz herangerutscht. Die gedanklichen Rechenbeispiele und Spekulationen in alle Richtungen werden in den kommenden beiden Spieltagen ihre Beantwortung finden. Fakt ist, dass sich die HSV Hochfranken, lange Zeit fast hoffnungslos abgeschlagen, plötzlich wieder in der Verlosung befindet. Wenn die Truppe um Markus Kropf und Luca Veraja ihre aktuellen Leistungen noch zweimal abrufen kann, könnten durchaus nochmals 4 Punkte auf der Habenseite hinzukommen. Freilich braucht man auch dann noch Schützenhilfe, denn Stand nach diesem Spieltag ist noch immer, dass Auerbach und Sulzbach-Rosenberg aus eigener Kraft die HSV weiter hinter sich halten können.

Nicht nur bei den Gästespielern, sonderen auch bei den Fans war klar, was die Stunde derzeit schlägt. Jetzt geht es nur noch zusammen und unter diesem Motto machten die zahlreich angereisten Gästefans die Gymnasiumhalle fast zu einem Heimspiel. Stimmgewaltig, zudem von ständigem Trommelwirbel begleitet, trieben von Beginn an die Gästefans ihr Team nach vorne. Es war das eigene Wort nicht mehr zu hören. Aber Hut ab vor solchen Fans, die über die gesamte Distanz signalisieren: „Wir stehen hinter euch!“

Aber nach 1:2 Rückstand und zwischenzeitlichem Ausgleich zum 3:3, war es erst einmal der TV Münchberg, der vorlegte. Die heimische Abwehr stand wesentlich besser als in den Partien der jüngsten Vergangenheit. Zudem hinterließ Lukas Hurt im Tor einen sicheren Eindruck. 6:3 führten zwischenzeitlich die Grün-Schwarzen und die Begegnung schien den von den meistern Zuschauern prognostizierten Verlauf zu nehmen.

Schützenhilfe hin, Schützenhilfe her. Derby bleibt Derby und da möchte am Ende keiner als Verlierer dastehen, zumal es ja auch um die Vorherrschaft in der Liga bei den oberfränkischen Rivalen geht. Doch in den Folgeminuten fanden die Gäste immer besser in die Partie. Zwei Gründe waren dafür mitausschlaggebend. Gästekeeper Vladi Michanek stand oft schon da, wo die jungen Münchberger Nachwuchskräfte letztendlich auch tatsächlich hinwarfen.

Und dann war da auch noch Münchbergs Spielmacher und Torjäger Torsten Krauß bzw. war er eben nicht mehr da. Eine erneute Verletzung zwang ihn auf die Bank. Nicht das erste Mal in dieser Serie, aber umso schmerzlicher. Wie in den Begegnungen der Vergangenheit „ohne Krauß“, muss man sich im TVM-Lager auch diesmal fast zwangsläufig die Frage stellen: „Was sind die Grün-Schwarzen ohne Torsten Krauß eigentlich wert?“

Zumindest unmittelbar nach dem Ausscheiden von Krauß brachten sie nicht mehr viel in die Reihe. Die Gäste nutzten die Gunst der Stunde und drehten mit einem 5:0-Lauf das Match. Von da an liefen die Seiferth-Schützlinge der Musik hinterher, verzettelten sich in viele nichtsbringende Aktionen und trafen nicht mehr.

Wie schon zuletzt erlebt, kam auch diesmal der Gegner wesentlich frischer aus der Pause zurück. Die HSV erhöhte den Druck und schraubte den 11:9 Pausenvorsprung bis auf 15:10 in die Höhe. Der nächste doppelte Punktegewinn für die Hochfrankentruppe rückte immer mehr in greifbare Nähe, zumal in der 49. Minute beim 16:20 noch immer eine Viertoreführung stand.

Freilich hatte an diesem Spielstand der TVM gewaltig Anteil. Die Außen trafen wenig bis gar nichts, vom Rückraum kam nur sporadisch richtiger Druck. Zudem versemmelte Skvaril, der weitab von seiner Bestform agierte, noch kläglich 2 Strafwürfe. Doch wenn man eines der Truppe von Christian Seiferth nicht absprechen kann, dann ist es Wille und Moral.

Stefan Müller, Jan Lad und mit Abstrichen Jonas Roßner packten ihr Kämpferherz aus. Zudem traf Vit Kalas nicht nur bei den verwandelten Strafwürfen sicher. Plötzlich meldeten auch die Grün-Schwarzen wieder ihren Anspruch auf die beiden Punkte an. Mit einem beeindruckenden Schlussspurt kam die Heimmannschaft über 18:20, 19:22, zum 22:22 Ausgleich. Jetzt waren auch die TVM-Fans da und die Halle glich einem Tollhaus.

Alles wieder offen und nach dem Ausgleich noch genau 2:59 Minuten Restspielzeit. Und diese Restzeit wurde zur Schreckenszeit für die Gastgeber und im Umkehrfall zur Feierorgie für die Gäste. Denn Dominik Krauß und zweimal Jonas Dirr machten innerhalb von nur 85 Sekunden mit 3 Treffern in Serie den Deckel drauf. Der Rest war feiern pur bei den Gästen mit der Hoffnung im Gepäck, weiter an der Sensation „Klassenerhalt“ zu arbeiten.

Wir bereits erwähnt, blieb Münchberg nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Torsten Krauß vieles schuldig. Bis auf Vit Kalas fehlte bei fast allen anderen Akteuren ein ganzes Stück zur Bestform. Die HSV Hochfranken trat als geschlossenes Team auf, hatte in Vladi Michanek einen sicheren Rückhalt und in Lukas Kempf, Tobias Ludwig, Jonas Dirr und Dominik Krauß ihre treibenden Kräfte.

 

TV Münchberg – HSV Hochfranken            22 : 25            (9 : 11)

TV Münchberg
Cenk Uzun, Hurt (Tor);
Oberländer, Kalas (10/5), Breuherr (2), Panzer, Torsten Krauß (1), Schrepfer, Jonas Roßner (2), Lucas Krauß, Mayer, Jan Lad (3), Skvaril (1), Müller (3).

HSV Hochfranken
Michanek, Köhler (Tor);
Fritsch, Schönberner (3), Stöckert, Ludwig (4/4), Görlitz (3), Lukas Kempf (4), Dirr (3), Scherdel, Domink Krauß (6), Mocker (1), Dorschner, Herkt (1).

Schiedsrichter: Abel (Stadeln); Herpolsheimer (Erlanken-Bruck); waren ausgezeichneter Leiter eines überaus fairen Derbys

Zuschauer:   320

Strafzeiten: Münchberg 1; Hochfranken 2.

Spielfilm:  1:0, 2:2, 6:3, 6:8, 7:10, 9:13, 10:15, 13:16. 15:17, 16:20, 19:21, 22:22, 22:25.


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