Handball in Münchberg

Herren I: SG Regensburg – TVM 32:20 (7.4.18)

Gepostet am 8. April 2018 in Herren I, Spielberichte.

Noch ein Sieg und dann ist die SG Regensburg Meister der Landesliga/Nord 2017/2018 und gleichzeitig Aufsteiger in die Bayernliga. Dreimal wöchentliches Training bringen in der Folge für Landesligaverhältnisse einen nahezu perfekten Handball. Der wiederum mit Harz noch ansehnlicher wirkt, als in den Hallen der Liga, wo dieses Hilfsmittel nicht erlaubt ist. Kurzum, im Gesamtpaket haben sich die Oberpfälzer in dieser Saison als bestes Team dieser Klasse herauskristallisiert.

Regensburg steht mit Recht auf Rang eins und wird nach Lage der Dinge die Ziellinie auch als verdienter Titelträger überschreiten. Da stellt sich doch eine ganz andere Frage. Fans! Wo waren die beim Heimspiel gegen den TVM? Gut, 17:30 Uhr, Regensburg, Vorfrühling. Da ist sicher Spielraum für andere Interessen geblieben. Doch der Tabellenführer spielte ja nichts erstmals vor fast leeren Rängen. Eigentlich schade, dass das, was die Regensburger Spielgemeinschaft in dieser Saison sportlich auf´s Parkett zaubert, in eigener Halle nur wenig Resonanz findet.

Sei´s drum, den Gastgebern scheinen diese Begleitumstände nicht sonderlich zu stören. Sie spielen ihren Stiefel herunter und den wiederum perfekt vom Anpfiff weg. Hellwach legten die Hausherren mit den ersten Angriffen gleich einmal mit 3:0 vor. Damit war sofort die Körpersprache vorhanden, die eben ein Spitzenteam auch besitzen muss, um ein solches zu sein. Gerade dann, wenn man dem Gegner ganz schnell zeigen will, wer wirklich Herr im Hause ist.

Münchberg mit dem gesicherten Mittelfeld im Rücken fuhr nicht ohne Hoffnung nach Regensburg, zumal man in den letzten Jahren gegen die Domstädter oft auf Augenhöhe agiert hat. In den folgenden Minuten fing sich der Gast und war drauf und dran einen gleichwertigen Gegner abzugeben. Das 4:4 war kurzfristig die Bestätigung für diesen Eindruck. Auch beim 6:9 Rückstand nach einer Viertelstunde war noch nicht ganz klar, in welche Richtung sich die Partie entwickeln könnte.

Doch stand bereits zu diesem Zeitpunkt fest, dass die Gastgeber mit ihrer kompakten Abwehr, sowie einem sehr guten Torsteher, für den Rest der Partie die besseren Argumente auf ihrer Seite hatten. Hinzu kam, dass beim TVM sich Simon Oberländer nach 20 Minuten den Ringfinger der rechten Hand auskugelte. Münchberg sowieso wieder nicht in Bestbesetzung, musste sich damit erst einmal auseinandersetzen.

Die Oberpfälzer nutzten die kurzzeitige Verwirrung und zogen bis zur Pause über 14:7 bis auf 18:10 davon. Erst einmal den klaren Vorsprung gesichert, wurden die Aktionen der Gastgeben noch zielstrebiger. Freilich war im TVM-Lager klar, dass es mit zunehmender Spieldauer gegen ein harzerprobtes Team immer schwerer werden könnte.

Viel gewichtiger wog aber, dass bei den Gästen der Druck im Angriff einfach nicht vorhanden war. Dadurch ermöglichte Münchberg dem Spitzenreiter zu viele Tore über die erste und zweite Welle. Aber auch aus dem Positionsspiel heraus, fehlte der TVM-Abwehr der Biss, der einen durchschlagskräftigen Angriff, wie dem der Regensburger, irgendwann auch einmal den Wind aus den Segeln nehmen konnte.

So wurde die Begegnung mit zunehmender Spieldauer eine immer klarere Angelegenheit für den kommenden Meister. Am Ende standen für Münchberger Verhältnisse eher bescheidene selbst erzielte 20 Treffer. In erster Linie aber ein Verdienst der Gastgeberabwehr, die durchaus schon Bayernligaformat bietet.

So stand eine 12-Tore-Niederlage, die die Seiferth-Schützlinge in der Form gerne verhindert hätten. Dazu fehlte aber an diesem Tag ein konstanterer Auftritt über einen längeren Zeitraum. Letztlich spielte auch Regensburg das Match nicht mit gnadenlosen Tordrang zu Ende, sonst wäre es vielleicht zahlenmäßig noch dicker für die Grün-Schwarzen gekommen. Als Fazit dient ein Urspruch aus dem Ballsport, der sinngemäß auch einmal so angewandt werden kann: Lieber einmal richtig Prügel bezogen, als ständig kleine Watschen.

SG Regensburg – TV Münchberg 32 : 20 (18 : 10)

TV Münchberg: Hurt, Cenk Uzun (Tor); Oberländer, Kalas (3), Krauß (4), Schrepfer, Jonas Roßner (1), Christoph Bär (3), Skvaril (6/5), Mayer (2), Jan Lad, Müller (1).

Schiedsrichter: Ehrenpfordt / Haas (Gundelfingen) genehmigten entsprechenden Freiraum und leiteten gut

Zuschauer: 70

Zeitstrafen: Regensburg 5; Münchberg 3.

Spielfilm: 3:0, 4:4, 8:4, 9:6, 14:7, 16:9, 19:10, 20:13, 24:15, 28:16, 29:19, 32:20.


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